Stiftsbibliothek Abtei St. Bonifaz

Bestände

Die Sammlung umfasst 137 Manuskripte und Druckwerke, von denen 104 dem muslimischen und 33 dem christlich-orientalischen Schrifttum zuzurechnen sind. Die Mehrzahl der Handschriften ist in Arabisch verfasst, in geringerer Zahl finden sich Werke in (Osmanisch-)Türkisch, Persisch, Äthiopisch und Syrisch (z. T. Garšūnī). Bei einem guten Dutzend der im 19. Jahrhundert erworbenen Objekte handelt es sich um Drucke, meist Lithografien.

Sammlungsgeschichte

Die Sammlung geht in ihrem Kernbestand (Signaturen 1-108) auf den Franziskanerpater Arsenius Rehm (1738−1808) zurück. Dieser hatte von 1769 bis 1776 der französischen Gesandtschaft in Kairo als Kaplan gedient und in diesem Zeitraum – wohl im Auftrag seiner Thüringischen Ordensprovinz – mehr als einhundert orientalische Handschriften erworben. Sie wurden nach Rehms Rückkehr in den Bestand des Franziskanerklosters auf dem Frauenberg in Fulda aufgenommen, Rehms alter und neuer Heimstatt. Bis auf wenige Abgänge an die Fuldaer Landesbibliothek verblieb die Sammlung im Kloster Frauenberg, bis sie 1852 auf Betreiben des Theologen und Orientalisten Daniel Bonifaz von Haneberg (1816−1876) mit finanzieller Unterstützung des bayerischen Königs von der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München erworben wurde, in die von Haneberg zwei Jahre zuvor eingetreten war. Auf von Hanebergs Zeit in München – er blieb dort bis 1872 – geht die Ausweitung der Sammlung um etwa 30 weitere Hand- und Druckschriften zurück, die von Haneberg z. T. auf zwei Orientreisen erworben bzw. als Geschenk erhalten hatte.

Als im Zweiten Weltkrieg ein Teil der Bestände der Bibliothek von Sankt Bonifaz nach dem Kloster Andechs ausgelagert wurde, fanden auch die orientalischen Handschriften dort ihr neues Zuhause

Kataloge

Es gibt keinen gedruckten Katalog der Handschriften. Im Oktober 1847 hat der Orientalist Johann G. Gildemeister einen handschriftlichen, 107 Einträge umfassenden Kurzkatalog verfasst, der dann durch von Haneberg (s. unten) bis Nummer 133 fortgeführt wurde, wobei die Nachträge oft nicht über kursorische bibliografische Angaben hinausgehen.

Aktuell wird durch die Forschungsstelle Christlicher Orient an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ein ausführlicher Katalog der christlich-orientalischen Handschriften erarbeitet.