Die Sammlung hebräischer Handschriften der Staatsbibliothek zu Berlin

Die Sammlung hebräischer Handschriften der Staatsbibliothek zu Berlin umfasst über 500 Bände in hebräischer Schrift. Auch wenn die meisten von ihnen den semitischen Sprachen und somit der afroasiatischen Sprachfamilie zuzuordnen sind, variieren geographische Herkunft und Inhalt der Hebraica-Manuskripte stark: neben prächtig illuminierten hebräischen Bibelhandschriften aus Italien finden sich judäo-arabische Responsen aus dem Jemen, jiddische Bibelübersetzungen aus dem aschkenasischen Raum, judäo-persische Poesie, hebräische Gebete aus Nordafrika und vieles mehr.

Die ersten hebräischen Handschriften kamen Ende des 17. Jahrhunderts an die damalige Churfürstliche Bibliothek zu Cölln an der Spree, Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Sammlung von Moritz Schneider dann systematisch aufgebaut und auch katalogisiert. Da die hebräischen Handschriften den Zweiten Weltkrieg weitestgehend unversehrt überstanden, konnte bei den Erwerbungen in jüngerer Zeit bereits auf eine außergewöhnliche Sammlung aufgebaut werden.

Ab 2015 konnten in einem von der National Library of Israel geförderten einjährigem Digitalisierungsprojekt rund 160 Handschriften digitalisiert werden. Seit 2018 wird in einem weiteren drittmittelfinanzierten Projekt an der Digitalisierung von rund 280 Handschriften gearbeitet. Mit Abschluss des Projekts Anfang 2023 wird somit der Großteil der Sammlung hebräischer Handschriften der Staatsbibliothek zu Berlin Forschern und Interessierten digital zur Verfügung stehen.

Qalamos ist das zentrale Nachweisinstrument für die hebräischen Handschriften der Staatsbibliothek zu Berlin und bietet auch den kooperierenden Institutionen an, die Plattform für ihre Hebraica-Handschriftenbestände zu nutzen. Den umfassendsten und vielfältigsten Nachweis bietet jedoch nach wie vor die International Digital Library of Hebrew Manuscripts der National Library of Israel, welche sich seit jeher um einen vollständigen Nachweis sämtlicher hebräischer Handschriften weltweit bemüht.